Dortmunder Bierkultur

Dortmund war die größte Bierstadt Europas

Wäre Milwaukee nicht, sogar die größte der ganzen Welt.

Die Dortmunder Brauereien haben Mitte der 60er Jahre jeden zehnten Liter Bier in der Bundesrepublik gebraut.

In Dortmund gab es die ersten Brauereien, die mehr als eine Million Hektorliter Bier pro Jahr herstellten und waren damit Branchenkönige.

Von den 8 Brauereien blieben bis heute leider nur 3 übrig.

Die Dortmunder Bergmann-Brauerei, die Hövels Hausbrauerei und die Dortmunder Actien-Brauerei.

Letztere beide wurden 2002 von der Radeberger Gruppe aufgekauft, einer Oetker-Tochter. Die Dortmunder Bergmann Brauerei ist eigenständig.

Biere wie DAB und Hansa sind weit über die Grenzen Deutschlands bekannt; auch gehört die Dortmund Actien-Brauerei dem Vitamalz-Verbund an und braut das Malzbier.

Nun müsste man annehmen, dass sich eine Stadt mit solch einer bedeutenden Bierkultur selbst zelebriert.

Bedauerlicher Weise greifen Dortmunder Gastronomen bevorzugt auf fremde Marken zurück. Krombacher, Warsteiner, Carlsberg, Bitburger, Radeberger oder Heinecken sind hier insbesondere zu erwähnen.

Abgesehen von der Qualität wären allein Moral und Verantwortung logische Gründe auf das stadteigene, weltberühmte Bier zurückzugreifen.

Aus der Sicht eines Touristen ist es ebenso irrsinnig wie auch ärgerlich in Dortmund fremder Städte Bier ausgeschenkt zu bekommen.

Ein Italiener benutzt auch kein griechisches Olivenöl. In Paris gibt’s Baguettes, in München Weißwurst, in Nürnberg Lebkuchen, in Dresden Stollen und in Dortmund gibt es Fußball und Bier.

Vielleicht liegt es an der Massentauglichkeit, vielleicht aber auch insbesondere an den niedrigeren Bezugspreisen, dass Restaurants und Bars auf die Großbrauereien setzen, anstatt das heimische Gut zu vertreiben. Nach dem Aussterben der Kneipen-Kultur ist es umso wichtiger eines der letzten Wahrzeichen Dortmunds –das Bier- aufrecht zu erhalten.

Neue Trends setzen immer wieder Maßstäbe. Sei es damals das „moderne“ Pils, dann Bier-Mischgetränke und nun das Craft-Bier aus der hippen Mikrobrauerei eines Startup Unternehmens.

Bier aus Malz, welches über den Wurzeln einer Korkenzieher-Sicheltanne geräuchert und anschließend während des Maischens mit Kochbananen-Extrakt einer Manufaktur aus Berlin-Mitte angereichert wurde scheint dem gegenwärtigen Zeitgeist mehr zu treffen, als ehrliches Bier, was seit 1430 nach alter Tradition gebraut wurde. Oder ein ähnliche Schnapsidee Bier mit Guarana-Aroma und Zucker zu versetzen und der adoleszenten Kundschaft anzubieten.

Ich bin kein Gegner von Experimenten oder ausgefallenen Spezialitäten. Doch am Ende bleibt ein Bier doch immer noch ein Bier. Und Dortmund hat mit das beste Bier; nicht umsonst heißt es „DAB- Das Bier von Weltruf“

Es wäre wünschenswert, wenn sich Dortmunder Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs wieder auf Dortmunder Bier zurückbesinnen und somit das Vermächtnis dieser Stadt in Ehren zu halten.

Denn darauf dürfen wir mindestens genauso stolz sein wie auf unseren BVB!